Ein Bericht von Kevin:
Der OstseeMan war erst mein dritter Triathlon. Nach einem kleinen Sprint vor zwei Jahren wusste ich: Ich muss schwimmen lernen. Die Olympische Distanz in Hamburg drei Wochen zuvor war meine Generalprobe.
Meine größte Baustelle war von Anfang an das Schwimmen. Als ich vor knapp eineinhalb Jahren ins TriTeam kam, konnte ich praktisch nicht schwimmen. Ich konnte mich eher eine gewisse Zeit über Wasser halten. Immer verbunden mit dem unguten Gefühl, gleich zu ertrinken. Wenn man Triathlet werden möchte, ist das nicht gerade die beste Voraussetzung.
Mit viel Geduld und Arbeit haben es unsere Trainerinnen und Trainer jedoch geschafft, aus mir einen passablen Schwimmer zu machen. Trotzdem wurde mir etwas anders, als ich am Sonntag um 6 Uhr auf der Seebrücke in Glücksburg stand, den Start der Langdistanz beobachtete und zum ersten Mal sah, wie weit 1,9 Kilometer tatsächlich sind. Die Ostsee ist halt nicht der See in Appen.
Aber bange machen gilt nicht. Also ging es für mich um 9:45 Uhr mit der vierten Startwelle in die Ostsee, und ich riss meine 1,9 Kilometer ab. Auf dem Rückweg kam etwas Wind auf und trieb mich ein wenig ab, wodurch noch ein paar zusätzliche Meter hinzukamen. Nach 47 Minuten hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen. Erst einmal ein Schluck Wasser. Denn das Salzwasser war wirklich unangenehm, und weiter ging es zum Umziehen.
Auf dem Rad wartete meine zweite Baustelle. Richtig Rennrad fahre ich eigentlich erst seit etwa zwei Monaten, und 90 Kilometer am Stück war ich zuvor noch nie gefahren. Dank vieler Trainingsausfahrten mit Mario war ich jedoch gut vorbereitet.
Während ich in der ersten Runde noch von vielen Teilnehmenden überholt wurde, legte ich in der zweiten Runde einen Zahn zu und kassierte den einen oder anderen wieder ein. Die Strecke war durch ihr welliges Profil und die vielen Kurven durchaus fordernd. Wichtig war mir, mich mit Blick auf den abschließenden Lauf nicht zu sehr zu zerstören. Deshalb übertrieb ich es auch nicht.
Nach 90 Kilometern, ging es dann erneut zum Umziehen und anschließend auf die Laufstrecke. Endlich etwas, das ich schon länger mache.
Ich würde mich zwar als routinierten Läufer bezeichnen, aber nach der Vorbelastung fiel es auch mir schwer, in Gang zu kommen und meinen Rhythmus zu finden. Der Laufkurs hatte mit einigen kleinen, fiesen Steigungen ebenfalls seine Tücken. Die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer am Streckenrand motivierten mich jedoch, weiterzumachen und möglichst zügig durchzukommen.
Als ich dann nach 6:34 Stunden endlich in den Zielkanal einbog, war ich gleichzeitig erleichtert, dass es vorbei war, und unglaublich glücklich, dieses Ziel erreicht zu haben!
Mein besonderer Dank gilt in erster Linie meiner Frau Lisa. Jede Trainingsstunde ist in der Regel eine Stunde, die wir nicht gemeinsam verbringen können. Ohne ihre Unterstützung im Hintergrund wäre so etwas nur schwer möglich. Danke!
Natürlich danke ich auch Nadja, Matthias und Mario, die mir das Schwimmen beigebracht haben, und insbesondere Mario für die vielen Radausfahrten und die Vorbereitung auf dieses Event. Last but not least danke ich dem gesamten TriTeam für die Motivation, den Zuspruch und die Möglichkeit, von euch zu lernen.
Ich freue mich bereits auf viele weitere Trainingsstunden. Denn eines ist klar: Die Mitteldistanz ist noch lange nicht das Ende.
Bericht/Fotos: Kevin



