Berlin, Berlin, ich war laufen in Berlin!
Einmal durch das Brandenburger Tor ins Ziel laufen, das muss wunderbar sein. Das dachte ich, als ich letztes Jahr kurzentschlossen meinen Namen in den Los-Topf für den Berlin-Halbmarathon geworfen habe. Ich hatte Glück und habe einen Startplatz bekommen.
Die Vorbereitung lasse ich jetzt lieber mal aus. Denn diese, war nicht sonderlich erfreulich, da mein Körper meinte, er könne doch jede Erkältung diesen Winter mitnehmen.
Mit dem Zweifel und der nicht so guten Vorbereitung, stand ich also vor dem Eingang des Flughafens Tempelhof, um meine Startunterlagen zu holen. Da war sie noch da, die Vorfreude und der Ehrgeiz: „Du ziehst das jetzt durch!“
Die Abholung und alles Drumherum waren super organisiert und es hat Spaß gemacht. Auch wenn man 30 min lang in der „Dixiklo“-Schlange am Renntag stand. Bei 43.000 Starter*innen war das zu erwarten.
Im Startblock angekommen, suchte ich mir die Pacemaker und wartete mit den 1000 anderen in meiner Welle auf den Startschuss. Die Stimmung war super und als der Countdown losging, konnte ich nur noch grinsen. Es ist immer ein unbeschreibliches Gefühl.
Es ging über die Startlinie und ich lief.
Ich lief für meine Verhältnisse sehr gut bis zum Kurfürstendamm. Dieser war gefühlt „sooooooo“ lang und erschien mir endlos.
Ich dachte, ich komme nicht voran. Dort verließ mich dann auch etwas die Motivation und es kamen auch einige Schmerzen in den Beinen und an den Rippen mit hinzu. Bei Kilometer 12 waren leider auch die Zuschauer weg. Ich wurde dann auch kurzzeitig langsamer. Aber ab Kilometer 13 kamen wir dann zum Potsdamer Platz und da war wieder Party angesagt!
Meine Motivation war wieder da und ich wusste, bei Kilometer 14 steht jemand, der nur für mich dortsteht und mich anfeuert.
Mit neuer Motivation, ging es dann bei Kilometer 15 mit einer kleinen Verpflegungsstation weiter.
Gezogen von der Menge der anderen Läufer*innen, gab es eine kleine Sightseeing-Tour am Stadtschloss vorbei über die Museumsinsel, vorbei am Roten Rathaus.
Bei Kilometer 17 hielt ich dann die Schmerzen an meinen Rippen nicht mehr aus, und musste deshalb schnell den Brustgurt zur Pulsmessung entfernen, der schon ziemlich gescheuert hatte.
Erleichtert ging es dann weiter die letzten Kilometer.
Nach einer Kurve vorbei am Alexanderplatz, konnte ich es dann schon sehen: das Brandenburger Tor, mein angestrebtes Ziel.
Ich konnte es kaum erwarten, hindurchzulaufen. Ich habe es geschafft und das Gefühl war unbeschreiblich. 100 Meter hinter dem Brandenburger Tor war dann auch das richtige Ziel, aber das war für mich nebensächlich.
Nein, ich habe nicht die Zeit geschafft, die ich mir vorgenommen hatte, aber das ist auch egal.
Ich habe es geschafft!!!
Glücklich und zufrieden, ging es dann mit dem Auto als Fahrer wieder zurück nach Hamburg.
Dieses allerdings fanden meine Beine im Nachhinein nicht ganz so toll.
Ich kann den Berlin-Halbmarathon nur empfehlen. Es ist ein toller Wettkampf und ein tolles Erlebnis. Nur etwas mehr trainieren schadet nicht.
Bericht/Fotos Katharina




