Ein Rennen 2 Perspektiven…

Bericht von Andreas:

Die letzten Tage vor Roth habe ich größtenteils mit Markus bestritten. Die Aktivierungseinheiten kurz vor dem Rennen, die Montage von Kette und Kettenschloss, und nicht zuletzt die gemeinsame Zeit vor dem Start. Mario war mit dabei und hat mir insbesondere bei der leicht hektischen Vorbereitung in T1 geholfen, aber dazu gleich mehr. Vom Verein waren außerdem Helene, Nadja, Bernd und Matthias vor Ort (die ich auch gesehen habe) sowie Jarvia, Daniel, Simon, Tahnee und Andre (die ich verpasst habe). Das TriTeam Elbe war also bestens vertreten.

An- und Abreise verliefen problemlos und insgesamt war alles top organisiert. Bis auf den Shuttle zwischen den Zonen von T2 zurück nach T1, der leider ordentlich Verspätung hatte und somit für entsprechende Hektik in der Wechselzone sorgte. Aber Mario hat mich in diesem Moment mit viel Ruhe durch die letzten Vorbereitungen gebracht.

Das Wetter am Renntag war nahezu perfekt. Nur das Wasser war für den Neoprenanzug zu warm. Es hieß dann bedauerlicherweise Neo-Verbot. Für die eher schwächeren Schwimmer wie mich natürlich besonders unschön, denn ohne „Neo“ geht es spürbar langsamer voran und es ist vor allem deutlich anstrengender.

Geschwommen wurde im Kanal. Etwas Strömung war vorhanden und kostete extra Kraft.
Im Wasser selbst, sah man nicht viel. Ab und zu, gab es einen Klaps von einem Mitschwimmer, aber insgesamt war es kein großes Gedrängel. Die Brücken, an denen man sich orientierte, wollten einfach nicht näherkommen. Einige Teilnehmer gaben bereits beim Schwimmen auf (sicher auch wegen des Neo-Verbots). Ich bin es deshalb bewusst gemütlich angegangen. Mein Ziel, war es, krampffrei da durchzukommen, und das hat auch geklappt.
Auch wenn die Zeit am Ende etwas enttäuschend war, 7 Minuten schneller wären eigentlich drin gewesen.

Die Radstrecke hatte trotz der rund 1500 Höhenmeter einen sehr schnellen Charakter. Die Kurven sind so angelegt, dass man dort fast durchgehend volles Tempo fahren kann. Ich bin dort aber bewusst mit vernünftigem Einsatz unterwegs gewesen, denn ich wollte noch genügend Kraft für den Marathon haben. Der Solarer Berg selbst ist einfach der Hammer und auch sonst war die Stimmung an der Strecke außergewöhnlich.

Vom Wetter her war es ziemlich böig. Denn besonders oben auf den offenen Abschnitten, hat es einigen das Vorderrad weggerissen. Es gab einige Stürze und auch ein paar Krankenhausbesuche, aber zum Glück war wohl nichts Ernstes dabei. Insgesamt war das Feld sehr fair unterwegs und die Strecke nicht zu überfüllt. Ganz anders als beim Ironman in Klagenfurt 2024.

Für den Lauf hatte ich mir bewusst Energie aufgespart und das hat sich auch ausgezahlt.
Mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 140, bin ich den Marathon in 3:44 gelaufen. Das hätte in meiner Altersgruppe sogar für die Boston-Marathon-Qualifikation gereicht!  Es war warm, aber bedeckt und
ein kurzer Schauer zwischendurch hat zusätzlich geholfen. Ich habe jede Verpflegungsstation mitgenommen. Trinken und übergießen zum Abkühlen sowie Eis in den Einteiler – ich habe alles mitgenommen!
Konditionell war es für mich überraschend einfach. Allerdings haben ab Kilometer 12 bei jedem Schritt, die Oberschenkel wehgetan und das wurde über die Kilometer auch nicht besser. Die Anfeuerungen waren MEGA!  Besonders gefreut habe ich mich über meine Tochter Anne, die extra aus München angereist war und am Beginn der Laufstrecke stand. Auf dem Video sieht man, wie ich ihr zuwinke. Das war ein richtig großer Moment! Besonders gefreut habe ich mich auch über Bernd an der Strecke, den ich gar nicht auf dem Zettel hatte. Umso motivierender ging es für mich weiter.

Während des ganzen Rennens, habe ich nicht auf die Zeit geschaut. Beim Schwimmen trage ich keine Uhr und auf dem Rad fahre ich nach Leistung. Erst ab Kilometer 33 beim Laufen habe ich das erste Mal die Zeit gecheckt. Es war 17:40 Uhr. Da wusste ich, dass „Sub-11“ gut machbar war und sich die inzwischen erheblichen Schmerzen lohnen würden. Die letzten Laufkilometer waren besonders hart. Es ging bergauf und über Kopfsteinpflaster. Aber ab Kilometer 40, war es dann auf einmal nur noch laut und ich konnte endlich in das neue Stadion einlaufen. Es war einfach phänomenal!

Am Ende stand dann eine Gesamtzeit von 10:51 und somit bin ich auch unter der angepeilten 11-Stunden-Marke geblieben und wurde Sechster in meiner Altersgruppe. Mit ein bisschen mehr Tempo im Wasser wäre sogar das Treppchen in Reichweite gewesen – was soll’s …😊.

Wenn man also eine Langdistanz machen will, sollte Roth ganz oben auf der Liste stehen. Einmalig und unbeschreiblich!

Ein besonderer Dank gilt meiner Frau!

Insbesondere danke ich auch Markus, für die letzten Vorbereitungen, die Aktivierungsfahrten, die Montage von Kette und Kettenschloss und die gemeinsame Zeit vor dem Rennen.
Sowie David, aber auch Markus für die Motivation, doch noch die Reifen zu wechseln…
Denn ich hasse „Tubeless“-Reifenwechsel und hätte das aus eigenem Antrieb nie gemacht.
Danke auch für die Touren auf Mallorca, die gemeinsamen Ausfahrten und die Läufe im eiskalten Regen am „Elbring“, David!
Ich kann das alles gar nicht aufzählen.
Und an Mario für das Besorgen des Kettenschlosses, und für die Ruhe und Unterstützung kurz vor dem Schwimmstart. Sowie allen, die mit mir das „C“ gefahren sind, inklusive der Starts sonntags um 7:00 Uhr morgens.
Danke auch der Malente-Crew und allen, die mich auf der Strecke angefeuert haben. Ihr seid alle einfach großartig!

Euer Andreas

Bericht von Markus:

Vier Wochen nach dem Ironman Hamburg war die große Frage: Wie viel Form wohl noch vorhanden ist?
Die Beine hatten sich zwar gut angefühlt, aber ob sie einem zweiten Langdistanzrennen in so kurzer Zeit standhalten würden, musste sich erst zeigen.

Durch das Neoprenverbot, wurde das Schwimmen entsprechend lang und zäh. Zum Glück blieb die extreme Hitze der Tage und Wochen zuvor aus, sodass die Bedingungen insgesamt deutlich angenehmer waren als befürchtet.

Auf dem Rad war Roth dann einfach Roth. Eine wunderschöne Strecke, grandiose Stimmung und mit dem Solarer Berg ein Gänsehautmoment, bei dem einem fast die Tränen kamen. Auch in Greding war die Atmosphäre überragend. Es war über die 180 Kilometer, eine einzige Party und gleichzeitig aber auch eine Strecke, die durch die vielen Zuschauer und die Höhenmeter leicht dazu verleitet, zu viel zu investieren.
Eine einmalige Erinnerung!

Beim Laufen wurde allerdings schnell klar, dass die Form an diesem Tag nicht ganz da war. Es wurde ein langer und zäher Marathon. Besonders der Abschnitt entlang des Kanals, zog sich gefühlt endlos. Ziel war es deshalb nur noch, das Rennen mit lockerem Joggen und konsequenten Gehpausen an jeder Verpflegungsstation sauber nach Hause zu bringen. Andreas habe ich gleich dreimal auf der Laufstrecke gesehen. Eine „MEGA“-Leistung, riesigen Respekt dafür!

Der Anstieg nach Büchenbach bei Kilometer 35, tat dann nochmal richtig weh. Umso größer war die Freude, nach 11:52 doch noch unter der 12-Stunden-Marke ins Ziel gekommen zu sein.
Der Zieleinlauf im Stadion war einfach einzigartig und sorgte für einen perfekten Abschluss eines unvergesslichen Tages mit Erinnerungen, die noch lange bleiben werden.

Ein klasse Erlebnis!

Bericht/Fotos: Andreas & Markus